Wiedersehen in Argentinien

Letzes Jahr um diese Zeit waren Austauschschüler aus Argentinien für 2 Monate bei uns an der IGP in Deutschland. Daraufhin  fand ein halbes Jahr später der Gegenbesuch in Argentinien statt und die Freude war groß, als nach einer langen Anreise sich die Schüler endlich wieder sahen.

Die Aufregung war groß, als das Flugzeug in Frankfurt startete – in nur ein paar Stunden würde man im 11 tausend Kilometer entfernten Argentinien wieder landen. Nach einem Zwischenstopp am Flughafen im brasilianischen Sao Paulo war es so weit. Die deutschen Austauschschüler landeten in Córdoba, wo sie begeistert von ihren Austauschschülern und den Gasteltern empfangen wurden.

„Die Argentinier“, die noch wenige Monate zuvor bei uns in Deutschland gewesen waren, waren nun Freunde unserer Schüler oder vielmehr zu Familienmitgliedern geworden, das machte die Wiedersehensfreude umso größer.

Nach dem Empfang in Córdoba fuhren die deutschen Austauschschüler mit ihren Gastfamilien in die argentinische Kleinstadt Villa General Belgrano (VGB), in der die Gastfamilien wohnten. Villa General Belgrano hat etwa 6.000 Einwohner, doch das Außergewöhnlichste war, dass dort nicht nur alle Häuser  ein alpines Aussehen hatten, sondern man überall deutsche Läden und Gaststuben sehen konnte. Sogar das bayrische Oktoberfest wird in der Kleinstadt jedes Jahr groß gefeiert und viele Menschen aus ganz Südamerika kommen um dieses Spektakel zu erleben.

Das alles ist kein Wunder, wenn man etwas über die Geschichte der Stadt erfährt.

Villa General Belgrano wurde im zweiten Weltkrieg von deutschen Seeleuten gegründet, deren Schiff vor der Küste kenterte. Seitdem haben die Einwohner die deutsche Kultur aufrecht erhalten. In der dortigen Schule lernt man sogar ab der 1. Klasse Deutsch.

 

Freizeit gehört selbstverständlich dazu

In Argentinien mangelt es nicht an Platz. So lebten alle in relativ großen Häusern und es war nicht ungewöhnlich ein zweites, kleineres Grundstück mit Pool zu haben.
Um die Stadt herum erstreckten sich weite Landschaften. Die Austauschschüler machten öfter Ausflüge ins Umland, wo man stundenlang wandern  und die Aussicht genießen konnte. Auch ein Ausritt auf Pferden war eine malerische Aktion.

Eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in Argentinien ist es, zusammen zu sitzen und den traditionellen Mate zu trinken. Dabei redet man miteinander und hat sehr viel Spaß. Mate ist eine Kräutertee mit Koffein – ein sehr beliebtes Getränk in Argentinien.

Aber auf der anderen Seite kann man in Argentinien auch richtige Partys feiern. So waren alle mehrmals im Club „Shake“, der als einer der größten in Argentinien gilt. Doch einen großen Unterschied gibt es: Während man in Deutschland um 4 Uhr Nachts spätestens wieder aus der Disco raus ist, fängt man zu dieser Uhrzeit in Argentinien erst an. „Die Argentinier lachen über unsere Zeiten“, erzählte Ara, die am Austausch teilgenommen hatte, belustigt.

 

Die Schule in VGB

Doch neben den vielen Freizeitaktivitäten gibt es, natürlich auch den Schulalltag in VGB. Die Schule ist mit schätzungsweise 200-300 Schüler*innen eine vergleichsweise kleine Schule. Eine gesamte Stufe bestand sogar nur aus 25 Jugendlichen, davon sechs Jungen. Bei der Schule handelte es sich um eine Privatschule. Die öffentlichen Schulen haben in Argentinien einen schlechten Ruf, deswegen schicken viele Eltern ihre Kinder auf die kostenpflichtigen Privatschulen.
Der Unterricht fand auf Spanisch statt, der für die deutschen Austauschschüler verständlich war. Allgemein, war der Unterricht in Argentinien aber lockerer als bei uns an der IGP. Man kannte die Lehrer*innen alle persönlich und „hat auch mal Unterrichtsstunden damit verbracht, sich über neueste Ereignisse auszutauschen oder Knobelaufgaben zu lösen“. Nur Handys, sind an argentinischen Schulen strikt verboten!

Die Flagge Argentiniens

Aber noch bevor der Unterrichts startete, fand jeden morgen ein Ritual statt. Alle Schulmitglieder wurden auf dem Schulhof versammelt um die argentinische Flagge zu hissen. Dabei hat die Direktorin eine Ansprache gehalten und die wichtigsten Informationen bekannt gegeben. Dem folgte immer ein erfüllter Applaus.
Die Klassenzimmer waren in der Schule viel „freier“ gestaltet. Die Wände wurden mit lebendigen Farben selbst bemalt und an den Wänden klebten Zettel mit den angesagtesten Songtiteln.

 

Die anderen Seiten von Argentinien

Mehrere Tage lang haben die Austauschschüler auch eine andere Seite von Argentinien kennengelernt. Drei Tage lang waren sie in Iguazú, einem Tropengebiet an der Grenze zu Brasilien und Paraguay.
Dort konnten unsere Austauschschüler eindrucksvolle Wasserfälle bestaunen. Rund um die Wasserfälle erstreckten sich riesige, nachgepflanzte Regenwälder. Dieses imposante Gebiet ist zum Glück touristisch erschlossen. Das Geld der Touristen hilft den Regenwald zu schützen.

Auch ein Ausflug führte dorthin, wo unsere Austauschschüler zum ersten mal argentinischen Boden betreten hatten – nach Córdoba. Cordoba ist mit ungefähr 1,7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Argentinien mit vielen impressionistischen Gebäude aus der Kolonialzeit, welche die Austauschschüler bei einer Busführung bewundern konnten. Aber auch mal shoppen zu gehen, gehörte dazu.
Wenn man aus dem Stadtzentrum von Cordoba hinausfährt, bekommt man die etwas andere Seite mit. Um die Stadt herum wirken die Vororte Slam-mäßig und die Leute, die dort leben, hausen in ärmlichsten Verhältnissen. Dabei wird der Unterschied zwischen „arm“ und „reich“ deutlich. So ist Diebstahlkriminalität leider allgegenwärtig in den Großstädten. In den Dörfern, wie VGB stehen aber alle Menschen finanziell gut dar.

 

„Die Menschen dort, sind etwas ganz besonderes!“

An einigen Stellen ist der Life-Style schon anders als in Deutschland. Kaum einer in Argentinien trägt Markenklamotten, da diese aufgrund von hohen Zöllen extrem teuer sind. Dadurch kleiden sich die Argentinier aber vielfältiger, individueller und bunter. Daran könnten wir in Deutschland uns eigentlich ein Vorbild nehmen.

Außerdem sind die Menschen in Argentiniern spontaner und nicht so regelbesessen, wie wir es oft in Deutschland sind. Wenn sie etwas machen wollen, machen sie es einfach. Tattoo stechen lassen mit 15? Einfach machen. Autofahren ohne Führerschein? Einfach machen, stört auf den Dörfern niemanden…

Mit das schönste an Argentinien waren die Menschen. Alle waren dort sehr herzlich und temperamentvoll. Man war offen zueinander und fast nie alleine. Diese Lebensfreude vermissen unsere deutschen Austauschschüler am meisten. Wenn ihre Familie mitkäme und sie die Möglichkeit bekäme, würde sie keinen Moment zögern nach Argentinien zu ziehen“, berichtete Ara sehnsüchtig „die Menschen dort, sind etwas ganz Besonderes!“ Die IGP kann stolz darauf sein diesen Austausch ermöglicht zu haben und jeder sollte die Chance wahrnehmen diese Erfahrung zu machen.

Der Argentinien-Austausch wird organisiert von Frau Eckelt und richtet sich an die IBF-Spanisch Kurse.
Wir bedanken uns bei Ara, die uns mit Freude von ihren Erlebnissen berichtet hat und uns die Informationen zu diesem Artikel geliefert hat .

Über Felix Naal 10 Artikel
Ich bin 16 Jahre alt und besuche den 11 Jahrgang an unserer IGP. Zusammen mit Max Heckmann habe ich den TintenKiller gegründet und organisiere in der Rolle des Chefredakteurs und V.i.S.d.P. sämtliche Abläufe rund um die Schülerzeitung. Dementsprechend bin ich auch der erste Ansprechpartner. Als Schülersprecher habe ich weitreichende Einblicke in das Schulgeschehen, worüber ich vorrangig im TintenKiller berichte. Ich schreibe aber auch für alle anderen Rubriken und bin am Entstehungsprozess der meisten Artikel beteiligt. Auf Basis meines starken politischen und wirtschaftlichen Interesse, berichte ich auch über weltweite, aktuelle Themen. Infolge meiner journalistischen Tätigkeit bin ich Träger des Jugend-Presseausweises. Mein Kontakt: felixnaal@yahoo.de

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